Ulfig – Kurzlehrbuch Embryologie
Das Kurzlehrbuch Embryologie umfasst 170 Seiten in 12 Kapiteln und fügt sich in seinem Layout und der Gliederung nahtlos in die bekannte Kurzlehrbuchreihe aus dem Thieme-Verlag ein. Die einleitenden Fallbeispiele am Anfang eines jeden Kapitels sind gewohnt gut und humorvoll geschrieben, der Lerntext wird immer in jeweils mehrere Unterkapitel unterteilt, die ihrerseits mit einem Lerncoach-Absatz begonnen werden. Hier wird in zwei, drei Sätzen der Inhalt des folgenden Kapitels zusammengefasst und ein Hinweis gegeben worauf der Leser im folgenden besonders achten sollte. Im Text selber werden wichtige Stichpunkte und Begriffe mit farbigen Fettdruck hervorgehoben sowie besonders wichtige Aussagen in „Merke!“-Kästen aus dem Text herausgestellt. Die häufigen an passender Stelle eingestreuten klinischen Bezüge runden den Lerntext auf motivierende Weise ab.
Das Buch beginnt mit einem zweiseitigen Einführungskapitel in dem kurz die Bedeutung der Embryologie für die spätere ärztliche Tätigkeit sowie für weitere (vor-)klinische Fächer deutlich gemacht und einige grundlegende Begriffe erläutert werden. Im folgenden, mit ca. 50 Seiten umfangreichsten Kapitel wird mit der allgemeinen Embryologie ein Thema behandelt, das besonders viele embryologische IMPP-Lieblinge beinhaltet. Es beginnt bei der Gametogenese und einer kurzen Wiederholung von Mitose und Meiose, geht über die Implantation bis hin zur Teratologie, der Lehre von den Fehlbildungen. Hier besticht das Buch durch seine strukturierte, chronologische Abhandlung der dabei ablaufenden Vorgänge und legt dabei den Schwerpunkt auf das Verständnis des Ablaufs anstatt sich in Details zu verstricken. Auch die Grafiken in dem Stil wie man sie bereits aus dem Kurzlehrbuch Histologie des gleichen Autors kennen überzeugen durchweg. In den restlichen zehn Kapiteln wird die spezielle Embryologie der Organe, wie z.B. die vom IMPP gerne gefragten Schlund- und Aortenbögen, abgehandelt. Besonders zu erwähnen ist hier das letzte Kapitel, das einen Ausflug zu den molekularen Mechanismen der Embryologie wagt und genauer auf einige Abläufe sowie beteiligte Proteine eingeht. Mit gerade drei Seiten ist es eher kurz ausgefallen, angesichts der steigenden Relevanz hätte es ruhig etwas ausführlicher sein können. Es ist nämlich nicht nur für forschungsorientierte Studenten von Interesse sondern auch für mündliche Prüfungen, wo man mit einem solchen Wissen sehr gut glänzen kann.
In der Zusammenschau ist Prof. Ulfig hier ein sehr solides Buch gelungen, das die wichtigen Zusammenhänge der Embryologie heraus greift und sehr anschaulich darstellt. Es gibt auf dem Markt viele Embryologie-Bücher, doch dies ist in meinen Augen das einzige, welches einen wirklichen Mehrwert für den Studenten darstellt. Auch wenn man in Göttingen im Anatomie-Kurs prinzipiell auch ohne ein gesondertes Embryologiebuch auskommen kann, ist es aber definitiv eine sinnvolle Ergänzung und durchaus eine Überlegung wert.
Online seit dem: 19. Januar 2012
